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Die Nachlassabteilung informiert

In Form von vier markanten Merklättern für die am häufigsten vorkommenden nachlassgerichtlichen Verfahren möchte die Abteilung für Nachlasssachen des Amtsgerichts Delmenhorst Rechtssuchenden Hilfestellung leisten:

Merkblatt für die amtliche Verwahrung eines Testamentes
Merkblatt für die Erbausschlagung
Merkblatt für Erbscheine
Merkblatt über die Testamentseröffnung

Merkblatt für die amtliche Verwahrung eines Testamentes

1.

Wie der Name schon sagt, ist ein notarielles Testament vom Notar beurkundet. Dieser beantragt dann die amtliche Verwahrung beim zuständigen Amtsgericht (zuständig ist das Amtsgericht des Wohnortes des Testators). Auf Antrag des Testators kann das notarielle Testament jedoch auch bei einem anderen Amtsgericht hinterlegt werden.

2.

Das handschriftliche Testament: Dieses Testament muss - wie der Name es schon sagt - mit der Hand geschrieben werden. Es muss mit Ort und Datum versehen sein und der Testator oder die Testatoren müssen diese Testament unterschreiben.Ein handschriftliches Testament kann zu Hause aufbewahrt werden oder auch bei einem Amtsgericht in die amtliche Verwahrung gegeben werden.

-

die amtliche Verwahrung kann man persönlich unter Vorlage seines Bundespersonalausweises oder des Reisepasses beim Amtsgericht beantragen
oder

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eine andere Person kann die amtliche Verwahrung veranlassen durch Vorlage einer Vollmacht der Testatoren beim Amtsgericht.

Die Rückgabe eines in der amtlichen Verwahrung befindlichen Testamentes kann nur persönlich unter Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses beim Amtsgericht, bei welchem das Testament in Verwahrung gegeben wurde, erfolge.

Bei gemeinschaftlichen Testamenten müssen beide Vertragsparteien erscheinen. Hier reicht keine Vorlage einer Vollmacht aus.

Merkblatt für die Erbausschlagung

1.

Wie muss ausgeschlagen werden?

Die Erbschaft kann nur durch eine Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht ausgeschlagen werden und zwar indem die Ausschlagung schriftlich erklärt wird und die Unterschrift des Ausschlagenden notariell beglaubigt wird oder die Auschlagung direkt bei dem Nachlassgericht zu Protokoll gegeben wird.

2.

Welche Ausschlagungsfrist muss beachtet werden?

Die Ausschlagungsfrist beträgt in der Regel 6 Wochen. Sie beginnt mit dem Zeitpunkt nach Kenntnis vom Anfall der Erbschaft. Erbe geworden sein kann man aufgrund eines Verwandtschaftsverhältnisses (gesetzliche Erbfolge) oder auch aufgrund eines Testamentes oder Erbvertrages. Die Erklärung muss innerhalb der Ausschlagungsfrist beim Nachlassgericht vorliegen.

3. Was ist noch wichtig?

Wenn das Erbe ausgeschlagen wird, werden die Namen und Anschriften der Personen, denen die Erbschaft dann anfällt (bei minderjährigen Kindern auch deren gesetzliche Vertreter) benötigt. Weitere Personen können z. B. die eigenen Kinder, die Eltern oder Geschwister sein.

Merkblatt für Erbscheine

Die Beantragung eines Erbscheines ist nur dann erforderlich, wenn es von einem verlangt wird. Banken, Grundbuchämter, Versicherungen z. B. können die Vorlage eines Erbscheines verlangen. Erbscheine können nur bei einem Notar oder bei einem Rechtspfleger eines Amtsgerichtes beantragt werden, da diese beurkundet werden müssen. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Erbscheinen:

1.

Erbschein aufgrund gesetzlicher Erbfolge:

Wenn kein Testament errichtet wurde, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge ein. Den Erbschein beantragen kann jede Person, die als gesetzlicher Erbe in Frage kommt. Folgende Unterlagen werden immer benötigt:

-

die Sterbeurkunde des Erblassers oder der Erblasserin im Original oder in beglaubigter Form

-

alle Personenstandsurkunden, die die gesetzliche Erbfolge nachweisen im Original oder in beglaubigter Form

-

die Person, die den Erbschein beantragt muss sich durch einen gültigen Reisepass oder Personalausweis ausweisen

-

eventuelle Sterbenachweise von Personen, die als gesetzliche Erben in Betracht gekommen wären

-

eventuell Angaben zu dem Vermögen der verstorbenen Person zum Zeitpunkt des Todes.

Es wird empfohlen, Genaueres hierzu mit dem Gericht bzw. mit Ihrem Notar zu klären.
2.

Erbscheine aufgrund testamentarischer Erbfolge:

Bei notariellen Testamenten ist nur in besonderen Fällen ein Erbschein erforderlich. Bei handschriftlichen Testamenten verlangen meistens die Banken, Grundbuchämter, Vormundschaftsgerichte oder Versicherungen die Vorlage eines Erbscheines. Die Beantragung des Erbscheines kann nur durch einen testamentarischen Erben bei einem Notar oder bei dem Rechtspfleger des Amtsgerichtes erfolgen. In diesem Fall sind in der Regel keine Personenstandsurkunden beizubringen. Die Person, die den Erbschein beantragt, muss sich durch einen gültigen Personalausweis oder Reisepass ausweisen können.

Merkblatt über die Testamentseröffnung

Die Testamentseröffnung erfolgt nach Eintritt eines Todesfalles bei dem zuständigen Amtsgericht. Zuständig ist das Amtsgericht des letzten Wohnortes des Verstorbenen. Die Eröffnung erfolgt nur auf Antrag. Von Amts wegen wird das Gericht erst nach 30 Jahren tätig.

Zur Testamentseröffnung ist folgendes mitzubringen:

- die Sterbeurkunde im Orininal als Nachweis des Todesfalls

-

ein gültiger Personalausweis oder Reisepass der Person, die die Eröffnung beantragt

-

alle eventuell mit der Hand geschriebenen Testamente im Original
oder

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den Hinterlegungsschein, falls ein Testament in die amtliche Verwahrung gegeben wurde

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die Namen und Anschriften aller im Testament genannten Personen und der Personen, die als gesetzliche Erben in Betracht kommen

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eventuelle Nachweise über das Vermögen des Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes

Personenstandsurkunden (wie z. B. Heiratsurkunden, Abstammungsurkunden usw.) werden bei einem Antrag zur Testamentseröffnung nicht benötigt. Auf Wunsch kann man sich vom Amtsgericht einen Antrag zur Testamentseröffnung zuschicken lassen und diese auf dem postalischen Wege beantragen.

Nachlassmerkblätter
Artikel-Informationen

Amtsgericht Delmenhorst
Bismarckstraße 110
27749 Delmenhorst
Tel: +49 4221 1262-0
Fax: +49 4221 1262-160

http://www.amtsgericht-Delmenhorst.niedersachsen.de

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